Zahnimplantate weisen sehr hohe Erfolgsraten auf, benötigen jedoch ebenso wie natürliche Zähne Pflege und regelmäßige Kontrollen. Periimplantitis ist eine Entzündung des Gewebes, das ein Implantat umgibt, und kann, wenn sie unbehandelt bleibt, die Stabilität desZahnimplantat.
Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass ein Implantat, da es künstlich ist, nicht „erkranken“ könne. Tatsächlich ist das Implantat zwar nicht anfällig für Karies, wird jedoch von lebendigem Zahnfleisch und Knochen umgeben, die sich genauso entzünden können wie rund um einen natürlichen Zahn. Der Unterschied besteht darin, dass sich die Entzündung rund um Implantate aufgrund des fehlenden parodontalen Ligaments, das bei natürlichen Zähnen vorhanden ist, schneller ausbreiten kann. Deshalb ist es wichtig, die Warnzeichen zu kennen, um rechtzeitig eingreifen und die Investition in dieImplantologie.

Mukositis und Periimplantitis: der Unterschied
Es werden zwei unterschiedliche Zustände unterschieden, die zwei Stadien desselben Problems darstellen:
- Periimplantäre Mukositis: auf die Weichgewebe rund um das Implantat begrenzte Entzündung, die bei frühzeitiger Behandlung reversibel ist. In dieser Phase ist der tragende Knochen noch nicht betroffen.
- Periimplantitis: die Entzündung betrifft auch den tragenden Knochen, der sich allmählich abbauen kann. Wenn der Knochenverlust fortschreitet, ist die Stabilität des Implantats gefährdet.
Die Mukositis ist das Anfangsstadium, und sie zu erkennen ist der beste Weg, um zu verhindern, dass sie sich zu einer Periimplantitis entwickelt. Für Implantate entspricht sie der Gingivitis, die bei natürlichen Zähnen der Parodontitis vorausgeht: Ein frühzeitiges Eingreifen macht einen enormen Unterschied für das Endergebnis.
Symptome, die nicht ignoriert werden sollten
- Gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch rund um das Implantat
- Blutungen beim Zähneputzen oder schon bei minimaler Berührung
- Anhaltender Mundgeruch oder schlechter Geschmack im Mund
- Gefühl, dass sich das Implantat oder die Krone bewegt
- Zahnfleischrückgang mit Freilegung des Metallteils
- Vorhandensein von Sekret oder Eiter rund um das Implantat
- Beschwerden oder lokal begrenzte Schmerzen in dem Bereich
Oft ist die Periimplantitis in den Anfangsstadien nur wenig schmerzhaft oder völlig symptomlos: Das ist einer der Gründe, warum regelmäßige Kontrolluntersuchungen so wichtig sind. Beim Vorliegen eines oder mehrerer dieser Anzeichen ist eine Kontrolluntersuchung so bald wie möglich zu empfehlen.
Die häufigsten Ursachen
Die häufigste Ursache ist die Ansammlung bakterieller Plaque rund um das Implantat infolge unzureichender Mundhygiene. Die in der Plaque vorhandenen Bakterien lösen die entzündliche Reaktion des Gewebes aus; wird die Plaque nicht regelmäßig entfernt, neigt die Entzündung dazu, chronisch zu werden.
Weitere Faktoren, die das Risiko erhöhen, sind:
- Rauch, das die Durchblutung des Gewebes und seine Abwehrfähigkeit verringert
- Unkontrollierter Diabetes, der die Heilung und die Immunreaktion beeinträchtigt
- Vorgeschichte einer Parodontitis, was auf eine Veranlagung zu Erkrankungen des Stützgewebes hinweist
- Unregelmäßige Nachsorgekontrollen, wodurch die ersten Anzeichen nicht frühzeitig erkannt werden können
- Unzureichende Mundhygiene zu Hause oder nicht gezielt auf die Bereiche rund um die Implantate ausgerichtet
- Rückstände von prothetischem Zement oder schwer zu reinigende Prothesen, die die Ansammlung von Bakterien begünstigen

Wie man Periimplantitis vorbeugt
Vorbeugung ist bei Weitem die wirksamste Strategie und basiert auf einigen konsequenten Gewohnheiten.
1. Gezielte tägliche Mundhygiene. Zahnbürste, Zahnseide oder Interdentalbürstchen, die speziell für die Bereiche rund um Implantate geeignet sind. Es gibt Hilfsmittel, die eigens für die Reinigung von Implantatoberflächen entwickelt wurden und die das klinische Team je nach Art der Versorgung empfehlen kann.
2. Regelmäßige professionelle Zahnreinigung. Regelmäßige Reinigungssitzungen mit für Implantate geeigneten Instrumenten, die die Titanoberfläche nicht beschädigen. Die professionelle Entfernung von Plaque und Zahnstein erreicht Bereiche, die zu Hause nur schwer zu reinigen sind.
3. Regelmäßige Kontrolltermine. Nachsorgetermine zur Überwachung des Gewebes und des Knochenniveaus, besonders wichtig bei Versorgungen auf mehreren Implantaten wie All-on-4, Alles-auf-6 e All-on-8, bei denen die Prothese mehrere Implantate umfasst und die Hygiene besondere Aufmerksamkeit erfordert.
4. Lebensstil. Rauchen reduzieren oder ganz aufgeben und systemische Erkrankungen wie Diabetes unter Kontrolle halten.
5. Gut konzipierte Prothesen. Leicht zu reinigende und korrekt ausgearbeitete Versorgungen verringern die Stellen, an denen sich Plaque ansammeln kann. Die Gestaltung der Prothese spielt daher auch bei der Vorbeugung eine Rolle.
Wie Periimplantitis behandelt wird
Die Behandlung hängt davon ab, in welchem Stadium sie erkannt wird.
In den Anfangsstadien (Mukositis) sind in der Regel eine professionelle Reinigung, die Beseitigung begünstigender Faktoren und die Verbesserung der häuslichen Mundhygiene ausreichend. In dieser Phase können die Gewebe wieder gesund werden.
In mittleren Stadien, kann die Behandlung die Dekontamination der Implantatoberfläche und gezielte Therapien zur Kontrolle der Entzündung umfassen.
In fortgeschritteneren Fällen, mit erheblichem Knochenverlust, können chirurgische Eingriffe zur Tiefenreinigung und mitunter regenerative Verfahren wieKnochenaufbau zum Versuch, einen Teil der verlorenen Stützstruktur wiederherzustellen, erforderlich werden. In Fällen, in denen das Implantat nicht mehr zu erhalten ist, wird seine Entfernung und nach der Heilung ein möglicher Ersatz in Betracht gezogen.
In jedem Fall bleibt die frühzeitige Diagnose der Faktor, der das Ergebnis am stärksten beeinflusst: Je früher eingegriffen wird, desto größer sind die Chancen, das Implantat zu erhalten.
Gefährdete Implantate: Wer besonders aufmerksam sein sollte
Einige Menschen haben ein höheres Risiko und sollten der Nachsorge besondere Aufmerksamkeit widmen: Raucher, Patienten mit Diabetes, Personen, die bereits eine Parodontitis hatten, und diejenigen, die dazu neigen, Kontrolltermine auszulassen. In diesen Fällen wird das Nachsorgeprogramm häufig mit engeren Kontrollintervallen individuell angepasst.
Implantate langfristig erhalten mit Hygeia Dent
Ein gut gepflegtes Implantat kann viele Jahre halten. Bei Hygeia Dent wird der Nachsorgeplan je nach Art der Versorgung und den Bedingungen des Patienten festgelegt, mit praktischen Hinweisen für die häusliche Mundhygiene und einem auf den Einzelfall abgestimmten Kontrollplan.
Wer Implantate erhalten hat oder eine Behandlung in Erwägung zieht, kann eine Beratung anfordern, um ein korrektes Nachsorgeprogramm festzulegen. Für Personen, die aus dem Ausland anreisen, können die Kontrollen im Rahmen des Zahntourismus in Albanien, wobei Zeiten und Modalitäten im Voraus abgestimmt werden.

Häufig gestellte Fragen
Ist Periimplantitis reversibel?
Die anfängliche Mukositis ist bei rechtzeitiger Behandlung in der Regel reversibel. Eine manifeste Periimplantitis, die auch den Knochen betrifft, erfordert eine spezifische Behandlung, und der verlorene Knochen kann nicht immer vollständig wiederhergestellt werden: Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend.
Wie oft sollte ich nach dem Einsetzen von Implantaten zur Kontrolle gehen?
Die Häufigkeit wird vom Arzt je nach Einzelfall festgelegt, doch regelmäßige Kontrolltermine und professionelle Zahnreinigung sind ein wesentlicher Bestandteil der Nachsorge. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko können die Kontrollen häufiger erforderlich sein.
Erhöht Rauchen das Risiko einer Periimplantitis?
Ja. Rauchen ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entzündung des periimplantären Gewebes, weil es die Durchblutung und die Abwehrfähigkeit des Gewebes verringert.
Muss ein Implantat mit Periimplantitis immer entfernt werden?
Nein. Wenn die Entzündung rechtzeitig behandelt wird, kann sie oft kontrolliert und das Implantat erhalten werden. Eine Entfernung wird nur in fortgeschrittenen Fällen mit erheblichem Knochenverlust in Betracht gezogen.
Wie reinige ich Implantate zu Hause richtig?
Mit einer Zahnbürste und speziellen Hilfsmitteln für die Zahnzwischenräume rund um die Implantate (Spezial-Zahnseide, Interdentalbürsten). Das klinische Team kann die für die Art der Prothese am besten geeignete Technik zeigen.
Tut Periimplantitis weh?
In den frühen Stadien verursacht sie oft keine Schmerzen, was sie tückisch macht. Blutungen und Schwellungen sind verlässlichere frühe Warnzeichen als Schmerzen.





